Türkei: Schauprozesse gegen Regimekritiker
Die ersten großen Prozesse haben begonnen: Gegen Journalisten ebenso wie gegen Militärs. Alle gelten der Anklage zufolge als Putschisten
Am 7. Juni wurde in der Wiener Nationalbibliothek der Bruno-Kreisky-Preis für Menschenrechte verliehen. Doch die Preisträgerin, die türkische Autorin und Journalistin Asli Erdogan, fehlte. Gegen sie und acht weitere ehemalige Mitarbeiter der verbotenen kurdischen Tageszeitung Özgür Gündem läuft in Istanbul ein Prozess wegen “Terrorpropaganda”. Aufgrund einer Ausreisesperre durfte Erdogan, die 2016 mehrere Monate in Untersuchungshaft saß, nicht nach Österreich kommen.
Türkei: Schauprozesse gegen Regimekritiker | Telepolis (heise.de)
Asli Erdogan – Der Prozess gegen die Schriftstellerin und die Türkei
Im August 2016 wird sie in ihrer Wohnung in Istanbul festgenommen. Der Vorwurf: Die Schriftstellerin und Journalistin sei Mitglied einer illegalen Organisation, sie zerstöre die Einheit und Integrität des Staates. Ein Witz, ein Missverständnis, dachte sie damals. Asli Erdogan ist zu dieser Zeit im Beirat der pro-kurdischen Zeitung Özgür Gündem, für die sie auch regelmäßig Kolumnen verfasst. Zeitgleich werden über 20 weitere MitarbeiterInnen dieser Zeitung verhaftet. Davor hatte die Staatsanwaltschaft die Schließung von Özgür Gündem angeordnet.
Autorin Erdogan erhält Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis
Der mit 25.000 Euro dotierte Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis geht an die türkische Journalistin und Schriftstellerin Asli Erdogan. Die 50-Jährige wird vor allem für ihr Werk “Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch” geehrt, wie die Stadt Osnabrück am Freitag mitteilte. Es enthält Essays, die derzeit in der Türkei nicht erscheinen können.
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Navid Kermani und Asli Erdogan erhalten Kulturpreis
Der Autor und Friedenspreisträger Navid Kermani ist mit dem Kulturpreis der Europäischen Kulturstiftung ausgezeichnet worden. Weitere Preisträger sind die türkische Schriftstellerin und Journalistin Asli Erdogan (Istanbul), die Berliner Künstlerin Marina Naprushkina sowie der belgische Musiker Luc Mishalle. Die niederländische Prinzessin Margriet überreichte den nach ihr benannten Preis am Dienstagabend in Amsterdam. Erdogan wurde in Abwesenheit geehrt. Die in der Türkei wegen Terrorvorwürfen angeklagte Autorin durfte das Land nicht verlassen.

